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Andacht

Mal ehrlich!

"Mal ehrlich" – so lautet das Motto der evangelischen Kirche für die diesjährigen vor-österlichen Fastentage. Im Juden- und im Christentum wird diese Zeit gerne zur Vorbereitung auf die hohen, Jahrtausende alten Feiertage genutzt. Nach meinem Abschied vom Atheismus, als junger Maschinenbau-Student, haben mich die zahlreichen Fastenberichte in der gesamten Bibel immer sehr angesprochen und ich habe selber, ohne mich dabei mit anderen abzusprechen, oftmals vor Ostern über längere Zeiträume gefastet. Auch in der Form eines Teilfastens mit Wasser und Säften, ohne sich dann am Abend den Bauch zu füllen, konnte ich diese besonderen Zeiten sogar genießen. Daran sieht man schon: Wenn Fasten nicht irgendwo auch Spaß macht, dann stimmt da etwas nicht! Jesus Christus sagt: Wenn die Anderen dein Fasten an deinem Leidensgesicht sehen, ist dein Fasten umsonst und hat vor Gott keinen Wert. Für jemand wie mich, der früher ganz anders und sogar ziemlich gut ohne Gott gelebt hat, sind diese auferlegten Fastenriten und das selbstgerechte, leidende Herumschleichen ein Graus. Fasten führt doch immer in die Freiheit und in eine tiefere persönliche Gottesbeziehung.
Das Motto „Mal ehrlich!“ regt dazu an, die ganze Fastenzeit einfach nur die Wahrheit zu reden. Dies mag bei manchen erst einmal Befremden auslösen. Das kann doch kein Fasten sein! Bei genauerem Hinschauen bemerkt man aber durchaus die Schwierigkeit, diesen Verzicht wirklich einzuhalten: Wir haben nämlich in unserer Kultur einiges an Ehrlichkeit bereits verloren. Dinge werden schön geredet, übertrieben, verschleiert dargestellt, falsch angepriesen, bis hin zu echten Lügen. Wir haben sogar eine lange Geschichte darin: Afrikaner, Juden, Ungläubige, etc. durfte man zu früheren, kolonialen Zeiten, mehr oder weniger dezent einfach übers Ohr hauen. In manchen Kulturen gilt es sogar heute noch als lobenswert, die „anderen“ zu betrügen.
Dies ist jedoch nicht das Menschenbild des Gottes Israels und ich finde, es ist an der Zeit, gegen diese Unsitten aufzustehen. Jedes Land mit seinem gesellschaftlichen Umgang lebt von einer Grund-Ehrlichkeit. Wenn wir den anderen nicht als minderwertig betrachten, brauchen und dürfen wir ihn auch nicht belügen oder übervorteilen.
Fasten bedeutet, sich zu reinigen: von Unehrlichkeit, Vertuschen, Vorteilnahme, und die veralteten Gedankengebäude auszukehren.



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